Ich erinnere mich gut an den Moment, als ich Schafgarbe zum ersten Mal selbst destilliert habe.
Der Blick in den Kolben. Das leise Tropfen des Destillats. Pflanzenwasser, klar und duftend – und dann, ganz allmählich, erscheint auf seiner Oberfläche ein zarter blauer Schimmer.
Blau.
Aus einer weißen Blüte.
Es ist einer dieser Momente, in denen man beginnt, die Destillation nicht nur als handwerklichen Vorgang zu betrachten. Etwas geschieht mit der Pflanze. Wärme, Wasser und Dampf setzen einen Prozess in Gang. Duft und Farbe lösen sich aus dem Pflanzengewebe, wandern mit dem Dampf und sammeln sich schließlich wieder im Wasser.
Fast könnte man von einem alchemistischen Vorgang sprechen: Aus dem Verborgenen wird etwas sichtbar.
Das dabei gewonnene tiefblaue ätherische Schafgarbenöl ist ein geschätzter Bestandteil der Aromatherapie. Es wird traditionell vor allem wegen seiner beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften eingesetzt, insbesondere in der Pflege empfindlicher und gereizter Haut.