Im frühen Frühling, wenn die Welt noch im zarten Übergang liegt, wandert man durch einen Wald, in dem kaum etwas blüht. Das Licht spielt noch frei durch die Stämme bis an den Waldboden. Überall liegen noch die Blätter des letzten Herbstes auf dem Boden, die Bäume stehen kahl, und das blaue Licht des März flutet sanft durch die Äste. Doch dann, zwischen dem noch nackten Geäst, tauchen die ersten zarten Blüten des Lungenkrauts auf mit seinen fleckigen Blättern. So erwacht das Lungenkraut, zart und doch voller Leben, genau dann, wenn der Frühling erst beginnt.
Dein Garten, Lichtungen oder Wegesränder sind Standorte, wo du das gefleckte Lungenkraut finden kannst. Blätter aus dem Vorjahr haben den Winter überlebt und zeigen noch eine gewisse Vitalität. Aber um die erste kleine Blüte im Laub zu entdecken, musst du auf die Knie gehen. Im Laufe der Märzwochen reckt es sich dem Licht entgegen und zeigt seine gefleckten grünen Blätter und zeigt seine gefleckten grünen Blätter bis in den Sommer.
Die Blätter sind auffällig gefleckt, und ihre Struktur ist rau und kristallin. Die charakteristisch weißen Sprenkel entstehen durch eine chemische Besonderheit. In ihrem Gewebe sterben Zellen ab, speichern Luft und lassen diese weißen Flecken wie winzige Atempausen erscheinen. Falls du versuchen möchtest, eine Pflanze auszugraben, wirst du bemerken, dass sie an einem dichten unterirdischen Wurzelgeflecht mit vielen einzelnen oberirdischen Pflanzen hängt, einem so genannten Rhizom.
Die Blüte des Lungenkrauts ist bezaubernd, denn sie verändert ihre Farbe im Laufe des Frühlings. Anfangs leuchten die Blüten zartrosa, doch mit der Zeit wandeln sie sich zu einem intensiven Blau.
Die Farbe hängt vom pH-Wert in der Blüte ab. Dieses Farbspiel dient als Signal für Insekten. Rosa zeigt reichlich Nektar an, blau signalisiert, dass die Blüte bereits bestäubt ist.