Such dir in den nächsten Tagen ein kleines Fleckchen Natur. Es darf so groß sein wie ein Taschentuch. Ein Streifen am Wegrand. Ein Stück Wiese im Garten. Eine unscheinbare Ecke zwischen zwei Steinen. Mit dem ersten milden Licht, wenn der letzte Schnee geschmolzen ist, beginnt das Leben sich zu regen. Vielleicht zeigt sich das erste zarte Grün. Vielleicht sprengen kleine Blätter den Boden. Vielleicht summt ein frühes Insekt vorbei. Vielleicht verändert sich einfach nur der Stand der Sonne.

Kehre täglich immer wieder zu diesem Ort zurück. Beobachte, was wächst. Was sich wandelt. Was verschwindet. Was neu kommt. Erlebe mit allen Sinnen, sammle Blätter, mach Skizzen oder Fotos. Welche Heilpflanzen zeigen sich? Welche Kräuter strecken ihre Spitzen ins Licht? Wie fühlt sich dieser Platz für dich an, wenn die Tage heller werden?

Du brauchst kein botanisches Wissen. Nur deine Aufmerksamkeit und alle 12 Sinne. Denn manchmal reicht ein winziges Stück Erde, um uns zu zeigen, wie Wachstum wirklich geschieht.