Schon beim Sammeln der Schafgarbe wird ein kleiner, aber wichtiger Unterschied sichtbar: Schneiden wir die blühenden Triebspitzen mit Blättern und Stängel ab, ernten wir Schafgarbenkraut. Sammeln wir gezielt nur die Blütenstände, gewinnen wir Schafgarbenblüte. Und wer schon vor der Blüte die jungen Blätter entdeckt, begegnet noch einmal einer ganz anderen Seite dieser erstaunlich vielseitigen Pflanze.
Junge Schafgarbenblätter –
grüne Kraft am Boden
Noch vor der Blüte liegen die jungen Blätter der Schafgarbe flach am Boden. Sie sind zart, aromatisch und leicht bitter. Beim Zerreiben zeigen sie ihren typischen Duft, beim Probieren eine Mischung aus Bitter- und Gerbstoffen. In der Küche werden sie frisch verwendet – fein geschnitten im Salat, Kräuterquark oder als Würzkraut. Ein frühes, kleines Kraftpaket der Pflanze.
Schafgarbenkraut –
die ganze oberirdische Pflanze
Zur Blütezeit wird die ganze oberirdische Pflanze gesammelt: Blätter, Stängel und Blütenstände. In dieser Kombination wirken ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Flavonoide zusammen. Geschmack und Duft spiegeln diese Vielfalt wider – bitter, herb und aromatisch zugleich. Traditionell wird Schafgarbenkraut bei leichten Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Appetitlosigkeit genutzt.
Schafgarbenblüte –
feiner Duft und besondere Stoffe
Wer nur die Blütenstände sammelt, erhält eine eigene Arzneidroge. Die kleinen Blüten duften nach ätherischen Ölen und enthalten Proazulene, Flavonoide und weitere Wirkstoffe. Bei der Verarbeitung beispielsweise durch Destillation können daraus Azulene entstehen, die teils für die typische Blaufärbung verantwortlich sind. Auch die Blüte wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden und zur Appetitanregung eingesetzt.
Wie du Schafgarbe anwenden kannst erfährst du in meinen Beiträgen zu Schafgarbentee und Schafgarben-Leberwickeln.